Sonntag, 27. Mai 2012
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Gesetzliche Rentensysteme

Hierunter fallen z.B. die Rentenversicherungen für Angestellte (Deutsche Rentenversicherung Bund, ehem. BfA), aber auch Versorgungswerke freier Berufe. Obwohl ein grundlegender Unterschied in der Ausgestaltung besteht, hängen gesetzliche Systeme stark von den Auswirkungen demografischer Entwicklungen ab.

Seit Jahrzehnten ist zu beobachten, dass die Anzahl aller Beitragszahler zur gesetzlichen Rentenversicherung im Verhältnis zu den Rentenempfängern kontinuierlich abnimmt. Das hat zwangläufig zur Folge, dass die Kapitalmittel der Rentenversicherungsträger nicht mehr ausreichen, um das Rentenniveau der Vergangenheit für die Zukunft aufrechtzuerhalten. Aufgrund jüngster Prognosen sinkt die gesetzliche Rente von heute ca. 51 % des durchschnittlichen Netto-Monatseinkommens (vor Steuer) bis zum Jahr 2024 auf ca. 46 % – Tendenz zukünftig weiterhin fallend. Das genannte Rentenniveau gilt aber nur für einen Durchschnittsverdiener, der 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat (sog. Standardrentner bzw. Eckrentner). V.a. Personen in akademischen Berufen werden aber tatsächlich keine 45 Beitragsjahre erreichen, so dass sich das Rentenniveau zusätzlich verringert.

Obwohl ein grundlegender Unterschied in der Ausgestaltung besteht, hängen gesetzliche Systeme stark von den Auswirkungen demografischer Entwicklungen ab.

Um die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland weiterhin zu gewährleisten, wurden in der Vergangenheit grundlegende Reformen durchgeführt: u.a. das Rentenreformgesetz 1999, Altersvermögensgesetz 2001, RV-Nachhaltigkeits- und Alterseinkünftegesetz 2004 und RV-Altersrentenanpassungsgesetz 2007. Letzteres beinhaltet vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung und sinkender Geburtenzahlen die stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze von bisher 65 Jahren auf 67 Jahre, um die gesetzlichen Beitrags- und Niveausicherungsziele einhalten zu können.

Alle Reformen sollen dem demografischen Wandel in Deutschland Rechnung tragen, die Renten nachhaltig finanzierbar machen und das möglichst bei einer Begrenzung der Beiträge. Die Folge dieser Massnahmen ist aber auch eine Senkung des Rentenniveaus.


Diagramme: Statistisches Bundesamt 2009, 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung

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