Fondspolicen
Bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen werden die Sparanteile in
Investmentfonds, wie z.B. in Aktien- und Rentenfonds angelegt. Die Kapitalanlage kann dabei entweder gemanagt oder individuell anhand vorgegebener Einzelfonds durch den Versicherungsnehmer erfolgen. Die Festschreibung der Gewichtung und die fortlaufende Überwachung liegt in Händen des Versicherungsnehmers.
Gemanagte Fondspolicen
Bei gemanagten Fondspolicen sorgt ein professioneller Vermögensverwalter für die Auswahl und
Beobachtung der Investmentfonds. Wichtig ist, dass keine Ausgabeaufschläge anfallen, wie dies
beim Kauf von Investmentfonds über die Hausbank üblich ist. Bei einer gemanagten Fondspolice
kann je nach persönlichem Risikoprofil in verschiedene Anlagemodelle investiert und mit
Vertragsablauf eine Auszahlung in einer Summe, eine lebenslange Rente oder die Übertragung
der Fondsanteile verlangt werden.
Fondspolicen mit Garantie
Mit Fondspolicen lassen sich unterschiedliche Garantievarianten abbilden.
In den letzten Jahren sind vermehrt Produkte auf den Markt gekommen, die einerseits die Chance auf eine attraktive Wertentwicklung haben, gleichzeitig aber auch dem Kunden eine bestimmte Garantie bieten, um keinen Totalverlust zu erleiden.
Britische bzw. angelsächsische
Renten- und Lebensversicherungen (With-Profit)
Britische und angelsächsische Gesellschaften sind nicht wie deutsche Lebensversicherer gehalten, die Sparanteile im Rahmen gesetzlicher Vorgaben anzulegen, sondern können frei wie ein Investmentfonds bis zu 100% in Aktien investieren. Die Kapitalanlage erfolgt in einem With-Profit-Fund, der darauf ausgelegt ist, einen Wertzuwachs zu erzielen und auf mittlere bis lange Sicht gewisse Garantien zu gewährleisten. Die Kapitalanlage wird sich daher in der Praxis immer aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren bestehen. Die Garantien sind unterschiedlich gestaltet, das Spektrum reicht von einer garantierten Rente zum Rentenbeginn bis zu einer Anteilspreisgarantie. Um Schwankungen an den Kapitalmärkten abzufedern, wird ein spezielles Glättungsverfahren - das so genannte Smoothing - in bestimmten Tarifen angewandt. Während der Vertragslaufzeit sollen damit kurzfristige Schwankungen der Kapitalanlagen ausgeglichen werden. Aus diesem so genannten "Smoothing"-Prinzip resultieren eine laufende Überschussbeteiligung (auch laufender Bonus oder deklarierter Wertzuwachs genannt) und eine abschließende Überschussbeteiligung (auch Schlussbonus oder Fälligkeitsbonus genannt.
Statisches (klassisches) Hybrid-Modell
Eine Hybrid-Versicherung ist eine Mischform zwischen fondsgebundener und klassischer Versicherung. Die Investitionsquote wird unabhängig von der zukünftigen Kapitalmarktentwicklung zu Vertragsbeginn festgelegt. Nach Entnahme der Kosten, wird der Beitrag zu einem Teil im klassischen Deckungsstock des Versicherers und zum anderen Teil in Fonds angelegt. Der Beitragsanteil im klassischen Deckungsstock ist so hoch bemessen, dass unter Verwendung der Garantieverzinsung die Beitragserhaltungsgarantie erreicht wird. Dabei wird sichergestellt, dass die Garantie jederzeit, auch bei Rückkauf, gewährleistet ist.
Dynamisches Hybrid-Modell
Im Gegensatz zum statischen Hybrid-Modell werden hier die Investitionsquoten in Abhängigkeit von der Kapitalmarktentwicklung dynamisch während der Vertragslaufzeit angepasst. Die Beiträge werden in Abhängigkeit des Kapitalmarktes in risikolose Papiere (z. B. Festgeld, festverzinsliche Wertpapiere) und Aktien investiert. Die Beitragserhaltungsgarantie wird immer erst zu einem vereinbarten Zeitpunkt gegeben. Sofern der Kunde von diesem Zeitpunkt abweichen möchte, erfolgt eine Auszahlung des Rückkaufswerts.
Höchststands-Garantiefonds
Garantiefonds sind gemanagte Fonds, die dem Kunden zum Ende der Vertragslaufzeit den zu bestimmten Stichtagen jemals erreichten höchsten Kurs garantieren. Aufgrund des Garantieversprechens kann der Garantiefonds nicht vollständig in Aktienfonds investieren. Das Garantieversprechen wird durch eine prozyklische Anlagestrategie dargestellt: Bei sinkenden Aktienkursen erfolgt eine Umschichtung in schwankungsärmere Anlagen (Renten- und Geldmarktfonds). Bei steigenden Aktienkursen wird eine Erhöhung der Aktienquote angestrebt.
Variable Annuities
Bei "Variable Annuities" (VA) handelt es sich um fondsgebundene Produkte, die eine Mindestgarantieleistung unabhängig von der Kapitalmarktsituation anbieten. Die Garantie kommt dabei vom Versicherer, der hierfür eine transparente Gebühr in Höhe eines festen %-Satzes des Beitrags und/oder des Fondsguthabens verlangt. Die Garantie wird immer erst zu einem vereinbarten Zeitpunkt gegeben. Sofern der Kunde von diesem Zeitpunkt abweichen möchte, erfolgt eine Auszahlung des Rückkaufswerts.
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